Wie entstehen Fossilien? In Millionen Jahren vom Knochen zum Stein
Fossilien entstehen, wenn Überreste schnell begraben und langsam durch Minerale ersetzt werden. Warum das so selten ist, welche Arten es gibt, wie man datiert.
Kurze Antwort
Die meisten Fossilien entstehen, wenn eine Pflanze oder ein Tier nach dem Tod schnell von Schlamm, Sand oder Vulkanasche begraben wird – geschützt vor Aasfressern und Verwesung. Die Weichteile verrotten meist, harte Teile wie Knochen, Zähne und Schalen bleiben. Über Tausende bis Millionen Jahre lagern sich weitere Sedimentschichten darüber ab und werden zu Gestein, während Minerale aus dem Grundwasser in die Überreste sickern und sie allmählich ausfüllen oder ersetzen – sie versteinern. Viel später können Erosion oder Grabungen das Fossil wieder an die Oberfläche bringen. Weil all diese Schritte gelingen müssen, wird nur ein winziger Bruchteil der Lebewesen je zum Fossil.
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In einem Naturkundemuseum kannst du unter dem Skelett eines Tieres stehen, das vor Dutzenden Millionen Jahren starb. Doch diese Knochen sind eigentlich keine Knochen mehr – sie sind zu Stein geworden. Wie wird aus einem Lebewesen ein Fossil, und warum sind Fossilien so kostbar?
Schritt für Schritt: vom Körper zum Fossil
Es gibt mehrere Wege zum Fossil, doch der häufigste folgt einer Reihe von Schritten. Jeder muss gelingen.
- Tod und schnelle Einbettung. Ein Tier stirbt, oft in Wassernähe: in einem Fluss, See, Meer oder Sumpf. Um eine Chance zu haben, muss es rasch von Schlamm, Sand oder Vulkanasche bedeckt werden. Das schützt vor Aasfressern, Witterung und Verwesung.
- Weichteile verschwinden. Haut, Muskeln und Organe verrotten meist. Die harten Teile – Knochen, Zähne und Schalen – halten viel länger.
- Versteinerung. Mit der Zeit lagern sich weitere Sedimentschichten darüber und werden zu Gestein. Grundwasser mit gelösten Mineralen wie Kieselsäure oder Kalzit sickert in die winzigen Hohlräume der Knochen. Die Minerale kristallisieren und füllen oder ersetzen langsam das ursprüngliche Material. Das nennt man Permineralisation oder Versteinerung.
- Ans Licht. Millionen Jahre später kann das Gestein durch Bewegungen der Erdkruste gehoben und von Wind, Regen und Flüssen abgetragen werden. Ein Fossil tritt zutage – und mit Glück entdeckt es jemand, bevor es verwittert.
Warum Fossilien selten sind
Die meisten Lebewesen werden nie zu Fossilien. Fast alle toten Pflanzen und Tiere werden gefressen, verwesen oder werden verstreut, lange bevor sie begraben werden können. Tiere, die auf trockenem Land fern vom Wasser lebten, hatten besonders schlechte Karten. Selbst begrabene Überreste können später durch Hitze, Druck oder Erosion zerstört werden. Und viele Fossilien liegen so tief, dass sie nie jemand sehen wird.
Deshalb ist jedes gute Fossilskelett ein seltener Glücksfall – und unser Bild des frühen Lebens hat große Lücken.
Nicht nur Knochen: Arten von Fossilien
- Versteinerte Überreste: Knochen, Zähne, Schalen und Holz, mit Mineralen gefüllt oder ersetzt. Die meisten Dinosaurierskelette gehören dazu.
- Abdrücke und Steinkerne: Manchmal löst sich der Organismus ganz auf und hinterlässt einen Hohlraum seiner Form im Gestein. Füllt er sich später mit Mineralen, entsteht ein steinernes Abbild des Originals.
- Spurenfossilien: Fußspuren, Fährten, Bauten, Eier, Bissspuren und versteinerter Kot, die Koprolithen. Sie zeigen, wie Tiere sich bewegten, nisteten und fraßen.
- Außergewöhnliche Erhaltung: In Bernstein, dem gehärteten Harz urzeitlicher Bäume, eingeschlossene Insekten oder im Permafrost gefrorene Mammuts bleiben fast vollständig erhalten, manchmal mit Weichgewebe.
Wie alt ist ein Fossil?
Fossilien selbst lassen sich meist schwer direkt datieren. Stattdessen datiert man die Gesteinsschichten um sie herum. Vulkanaschelagen enthalten Minerale mit radioaktiven Elementen wie Uran und Kalium, die mit bekannter, gleichmäßiger Rate zerfallen. Die Datierung der Asche über und unter einem Fossil ergibt ein Zeitfenster, in dem das Lebewesen lebte.
Und Dinosaurier-DNA?
Leider gibt es kein Jurassic Park. DNA zerfällt mit der Zeit. Die älteste bisher gewonnene DNA, aus Sedimenten in Grönland, ist rund zwei Millionen Jahre alt; die letzten Nicht-Vogel-Dinosaurier starben vor etwa 66 Millionen Jahren. Allerdings fand man in einigen außergewöhnlichen Fossilien Spuren ursprünglicher Proteine und sogar Pigmentstrukturen, die die Farben einiger gefiederter Dinosaurier verraten haben.
Kurz gesagt
- Die meisten Fossilien entstehen, wenn Überreste schnell begraben werden.
- Weichteile verrotten meist; harte Teile wie Knochen und Zähne bleiben.
- Minerale aus dem Grundwasser füllen und ersetzen die Überreste – sie versteinern.
- Erosion bringt manche Fossilien später wieder ans Licht.
- Fossilien sind selten: Fast alle toten Organismen verwesen vor der Einbettung.
- Datiert werden Fossilien über die umgebenden Gesteinsschichten.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis ein Fossil entsteht?
Eine feste Zeit gibt es nicht, doch meist spricht man ab etwa 10.000 Jahren von Fossilien. Bis Knochen vollständig durch Minerale ersetzt sind, dauert es oft viel länger, häufig Millionen Jahre.
Warum sind Fossilien so selten?
Die meisten toten Pflanzen und Tiere werden gefressen, verwesen oder zerfallen, bevor sie begraben werden. Selbst Begrabenes kann später durch Hitze, Druck oder Erosion zerstört werden. Nur ein winziger Teil bleibt erhalten und wird gefunden.
Wie bestimmt man das Alter eines Fossils?
Meist über die umgebenden Gesteinsschichten. Vulkanaschelagen über und unter einem Fossil lassen sich über den gleichmäßigen radioaktiven Zerfall von Elementen wie Uran und Kalium datieren.
Kann DNA in Dinosaurierfossilien überdauern?
Verlässliche Dinosaurier-DNA wurde nie gefunden. DNA zerfällt mit der Zeit; die älteste bisher gewonnene DNA ist rund zwei Millionen Jahre alt – weit jünger als die letzten Dinosaurier.
Quellen
- Natural History Museum, London – How are fossils formed?
- Kjær, K. H. u. a. (2022). A 2-million-year-old ecosystem in Greenland uncovered by environmental DNA. Nature
Dieser Artikel basiert auf begutachteter Forschung und Veröffentlichungen vertrauenswürdiger Institutionen und wird regelmäßig überprüft. So arbeiten wir →