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Was war der größte Dinosaurier? Titanosaurier, schwerer als Flugzeuge

Patagotitan und Argentinosaurus waren bis zu 37 Meter lang und um 60–70 Tonnen schwer. Wie man ihre Größe schätzt und warum Sauropoden so riesig wurden.

FactWonder Redaktion3 Min. Lesezeit2 Quellen

Kurze Antwort

Die größten Dinosaurier waren riesige langhalsige Pflanzenfresser, die Titanosaurier, die vor etwa 100 Millionen Jahren in Südamerika lebten. Patagotitan mayorum, 2017 beschrieben, war etwa 37 Meter lang und wog Schätzungen zufolge rund 60–70 Tonnen; Argentinosaurus war womöglich ähnlich groß oder etwas größer. Da nur Teile ihrer Skelette gefunden wurden, schätzt man ihre Größe, indem man Knochen wie Oberschenkel und Oberarm mit vollständigeren Verwandten vergleicht. So groß werden konnten Sauropoden dank luftgefüllter Knochen, langer Hälse zum Fressen ohne Laufen, Schlucken ohne Kauen und schnellen Wachstums aus kleinen Eiern.

In diesem Artikel (5)
  1. Die Titanosaurier
  2. Warum die Zahlen unsicher sind
  3. Wie wurden sie so groß?
  4. Größer als ein Wal?
  5. Kurz gesagt

Stell dir ein Tier vor, das mehr als ein Drittel eines Fußballfelds bedecken würde. So schwer wie zehn Afrikanische Elefanten. Diese Riesen gab es wirklich – vor etwa 100 Millionen Jahren im heutigen Argentinien.

Die Titanosaurier

Die größten Dinosaurier gehörten zu den Sauropoden, den langhalsigen, langschwänzigen Pflanzenfressern auf vier säulenartigen Beinen. Die allergrößten unter ihnen waren die Titanosaurier, die meist in der Kreidezeit auf der Südhalbkugel lebten.

Riesen im Vergleich: die größten Dinosaurier und heutige Tiere
Ungefähre Längen. Ein Linienbus und ein T. rex sind etwa gleich lang; die riesigen Titanosaurier waren dreimal so lang.

Patagotitan mayorum wurde 2012 auf einer Farm in Patagonien gefunden. Man grub Knochen von mindestens sechs Tieren aus, und 2017 beschrieb ein Team um José Carballido die Art offiziell. Es schätzte die Länge auf etwa 37 Meter und – anhand der Dicke von Oberschenkel- und Oberarmknochen – das Gewicht auf rund 69 Tonnen; andere Methoden liefern etwas niedrigere Werte.

Argentinosaurus, 1993 beschrieben, kennt man aus viel weniger Knochen: einigen Wirbeln, Rippen und einem Teil eines Beins. Schon seine Wirbel sind größer als ein Mensch. Die Schätzungen liegen ähnlich, bei etwa 35 Metern und 60–80 Tonnen – vielleicht war er sogar größer als Patagotitan.

Warum die Zahlen unsicher sind

Ein vollständiges Skelett eines riesigen Titanosauriers wurde nie gefunden. Man schätzt die Größe, indem man vorhandene Knochen mit vollständigeren Verwandten vergleicht und den Umfang von Oberschenkel- und Oberarmknochen misst. Bei heutigen Vierbeinern hängt deren Dicke eng mit dem Körpergewicht zusammen, denn sie tragen die Last. Verschiedene Methoden können um Dutzende Tonnen abweichen – deshalb ändern sich Aussagen über den „größten Dinosaurier aller Zeiten“ mit neuen Funden und Verfahren.

Wie wurden sie so groß?

Wie konnten Sauropoden so groß werden?
Die Kombination aus vogelartigen Merkmalen und reptilienhafter Fortpflanzung machte den Gigantismus möglich.

Eine große Übersichtsarbeit unter Leitung des Paläontologen Martin Sander untersuchte 2011, warum gerade Sauropoden an Land solche Größen erreichten. Mehrere Merkmale wirkten zusammen:

  • Luftgefüllte Knochen. Wie Vögel hatten Sauropoden mit der Lunge verbundene Luftsäcke, die bis in die Wirbel reichten. Das machte das Skelett viel leichter und die Atmung sehr effizient.
  • Ein langer Hals. Im Stehen den Kopf über eine weite Fläche schwenken – so erreichte ein Sauropode riesige Futtermengen und sparte sich das Laufen.
  • Kein Kauen. Sauropoden rupften Blätter ab und schluckten sie ganz; die Verdauung übernahm der gewaltige Darm. Ein kleiner Kopf ohne schwere Kauzähne machte den langen Hals erst möglich.
  • Eier und schnelles Wachstum. Sauropoden legten viele kleine Eier und wuchsen extrem schnell. Anders als große Säugetiere brauchten sie keine jahrelange Schwangerschaft und Brutpflege, und die Bestände erholten sich rasch.

Größer als ein Wal?

Titanosaurier waren länger als jedes heute lebende Tier, aber wohl nicht schwerer als das größte. Der Blauwal erreicht etwa 30 Meter und wiegt vermutlich weit über 150 Tonnen. Das Wasser trägt seinen Körper und erlaubt eine viel größere Masse, als an Land möglich wäre. Der Blauwal könnte das schwerste Tier sein, das je gelebt hat.

Kurz gesagt

  • Die größten Dinosaurier waren Titanosaurier, langhalsige Pflanzenfresser aus Südamerika.
  • Patagotitan war etwa 37 Meter lang und rund 60–70 Tonnen schwer.
  • Argentinosaurus war wohl ähnlich groß, ist aber aus weniger Knochen bekannt.
  • Größenschätzungen beruhen auf Knochenmaßen und Vergleichen und sind daher unsicher.
  • Luftgefüllte Knochen, lange Hälse, Schlucken ohne Kauen und schnelles Wachstum ermöglichten Riesen.
  • Der Blauwal ist kürzer, aber wohl deutlich schwerer als jeder Dinosaurier.

Häufige Fragen

Welcher war der größte fleischfressende Dinosaurier?

Spinosaurus war mit etwa 14–15 Metern vielleicht der längste Fleischfresser, Tyrannosaurus rex und Giganotosaurus gehörten mit rund 8 Tonnen oder mehr zu den schwersten. Die Schätzungen schwanken je nach Studie.

Wie wiegt man einen Dinosaurier?

Eine gängige Methode nutzt den Umfang von Oberschenkel- und Oberarmknochen, der bei heutigen Tieren eng mit der Körpermasse zusammenhängt. Eine andere baut ein 3D-Modell des Skeletts und ergänzt das Fleisch.

Warum gibt es heute keine so großen Landtiere?

Eine einhellige Antwort gibt es nicht. Säugetiere müssen große Jungtiere lange versorgen und haben nicht die vogelartigen Luftsäcke, die Sauropoden leichter machten. Auch Klima und Pflanzenwelt könnten sehr große Landtiere heute begrenzen.

Konnte ein Sauropode den Hals senkrecht halten?

Wie hoch Sauropoden ihren Hals trugen, ist umstritten. Viele Fachleute meinen, er wurde eher nach vorn gehalten und in weitem Bogen bewegt – so konnte das Tier eine große Fläche abweiden, ohne zu laufen.

Quellen

  1. Carballido, J. L. u. a. (2017). A new giant titanosaur sheds light on body mass evolution among sauropod dinosaurs. Proceedings of the Royal Society B
  2. Sander, P. M. u. a. (2011). Biology of the sauropod dinosaurs: the evolution of gigantism. Biological Reviews

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