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Der größte Baum der Welt: General Sherman, Hyperion und andere Giganten

Der größte Baum ist der Riesenmammutbaum General Sherman, der höchste der Küstenmammutbaum Hyperion. Die Rekordbäume und warum Bäume nicht endlos wachsen.

FactWonder Redaktion4 Min. Lesezeit2 Quellen

Kurze Antwort

Nach Volumen ist der größte Einzelbaum der Welt General Sherman, ein Riesenmammutbaum im Sequoia-Nationalpark in Kalifornien. Laut US National Park Service hat sein Stamm ein Volumen von rund 1.487 Kubikmetern, er ist etwa 84 Meter hoch und schätzungsweise über 2.200 Jahre alt. Der höchste bekannte Baum gehört zu einer anderen Art: Hyperion, ein Küstenmammutbaum in Nordkalifornien, mit etwa 116 Metern. Der höchste bekannte Tropenbaum ist Menara, ein Gelbes Meranti auf Borneo, mit rund 100 Metern. Die Physik begrenzt das Höhenwachstum: Wasser bis in die obersten Blätter zu heben, wird mit der Höhe schwieriger – das deutet auf ein Maximum von etwa 122 bis 130 Metern hin.

In diesem Artikel (8)
  1. Größter und höchster ist nicht dasselbe
  2. General Sherman: der größte Baum der Erde
  3. Hyperion: der höchste Baum
  4. Menara: der Riese der Tropen
  5. Wie Mammutbäume so groß werden
  6. Warum Bäume nicht endlos wachsen
  7. Ist ein Baum das größte Lebewesen?
  8. Kurz gesagt

Wer am Fuß eines Riesenmammutbaums steht und nach oben blickt, kann kaum begreifen, was er sieht. Der Stamm ist so breit wie eine Straße, die Rinde so dick wie eine Matratze, und die Krone verschwindet weit oben. Manche dieser Bäume waren schon alt, als die Pyramiden von Gizeh noch jung waren. Hier sind die Rekordhalter der Pflanzenwelt – und die Gründe, warum sie so groß werden.

Größter und höchster ist nicht dasselbe

Wer nach dem „größten Baum“ fragt, kann Verschiedenes meinen:

  • Größter nach Volumen: der Baum mit dem meisten Holz im Stamm.
  • Höchster: der Baum mit der größten Höhe.
  • Dickster: der Baum mit dem dicksten Stamm oder der größten Krone.

Jeder Rekord gehört einem anderen Baum.

Baumrekorde: Höhe (m)
Die höchsten Bäume der Erde überragen berühmte Bauwerke.
Rekord Baum Art Ort Größe
Größter nach Volumen General Sherman Riesenmammutbaum Kalifornien, USA ~1.487 m³, ~84 m hoch
Höchster Hyperion Küstenmammutbaum Kalifornien, USA ~116 m
Höchster Tropenbaum Menara Gelbes Meranti Sabah, Borneo ~100 m
Dickster Stamm Árbol del Tule Mexikanische Sumpfzypresse Oaxaca, Mexiko Stammdurchmesser über 11 m
Ältester bekannter Einzelbaum Methuselah Langlebige Kiefer Kalifornien, USA Über 4.800 Jahre

General Sherman: der größte Baum der Erde

Steckbrief General Sherman
General Sherman ist der volumenmäßig größte bekannte einstämmige Baum.

General Sherman wächst im Giant Forest des Sequoia-Nationalparks in der kalifornischen Sierra Nevada. Laut US National Park Service:

  • hat sein Stamm ein Volumen von etwa 1.487 Kubikmetern,
  • ist er rund 84 Meter hoch, mit einem Stammumfang am Boden von etwa 31 Metern,
  • wiegt allein der Stamm fast 1.400 Tonnen,
  • ist er schätzungsweise über 2.200 Jahre alt.

Die Parkverwaltung schreibt, das Holz würde für rund 120 durchschnittliche Häuser reichen. Er ist weder der höchste noch der dickste Baum, doch kein anderer bekannter Einzelbaum enthält so viel Holz.

General Sherman ist ein Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), eine Art, die natürlich nur in rund 70 Hainen an den Westhängen der Sierra Nevada vorkommt.

Hyperion: der höchste Baum

2006 entdeckten zwei Naturforscher in einem abgelegenen Tal im Redwood-Nationalpark einen etwa 116 Meter hohen Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens). Sie nannten ihn Hyperion, nach einem Titanen der griechischen Mythologie. Er ist höher als die Freiheitsstatue samt Sockel und so hoch wie ein 35-stöckiges Haus.

Küstenmammutbäume wachsen auf einem schmalen Streifen an der Pazifikküste, wo häufiger Seenebel sie im trockenen Sommer feucht hält. Ihre Nadeln können sogar Wasser direkt aus dem Nebel aufnehmen. Zum Schutz vor Besucherströmen wurde Hyperions Standort nie offiziell veröffentlicht, und das Betreten abseits der Wege ist verboten.

Menara: der Riese der Tropen

Lange glaubte man, die höchsten Bäume wüchsen nur in gemäßigten Wäldern. Dann vermaßen Forschende 2019 in Sabah auf Borneo ein Gelbes Meranti (Shorea faguetiana) mit etwa 100 Metern. Menara, malaiisch für „Turm“, ist der höchste bekannte Tropenbaum und die höchste Blütenpflanze der Erde. Mammutbäume sind dagegen Nadelbäume.

Wie Mammutbäume so groß werden

Wie Riesenmammutbäume so groß werden
Dicke Rinde, Feuer und reichlich Wasser lassen Riesenmammutbäume Jahrtausende alt werden.

Riesenmammutbäume vereinen mehrere Vorteile:

  • Dicke Rinde: bis zu etwa 60 Zentimeter dick, schwammig und harzarm, schützt sie vor Feuer und Insekten.
  • Feuer als Helfer: Mäßige Brände räumen konkurrierende Pflanzen weg und öffnen die Zapfen. Die Sämlinge keimen in der sonnigen Asche.
  • Wasser: Schmelzwasser der Sierra Nevada hält die Böden den Sommer über feucht.
  • Ständiges Wachstum: Mammutbäume hören eigentlich nie auf zu wachsen. Selbst sehr alte Bäume legen jedes Jahr Holz zu.

Diese Widerstandskraft hat Grenzen. Ungewöhnlich heftige Waldbrände, verstärkt durch Dürre und Hitze, haben in den letzten Jahren viele große Mammutbäume getötet. Bei einem Brand 2021 umwickelten Feuerwehrleute den Fuß von General Sherman mit Schutzfolie.

Warum Bäume nicht endlos wachsen

Wenn Bäume weiterwachsen, warum gibt es keine 200 Meter hohen? Die Antwort ist Wasser. Bäume ziehen Wasser durch winzige Röhren von den Wurzeln zu den Blättern, angetrieben durch Verdunstung an den Blättern. Je höher das Wasser steigen muss, desto stärker ziehen Schwerkraft und Reibung dagegen.

In einer Studie in Nature von 2004 kletterten George Koch und Kollegen auf die höchsten Küstenmammutbäume und vermaßen ihre Blätter. Nahe der Spitze waren die Blätter kleiner und standen unter starkem Wasserstress. Daraus berechneten sie eine maximal mögliche Baumhöhe von etwa 122 bis 130 Metern – nicht weit über Hyperion.

Ist ein Baum das größte Lebewesen?

General Sherman ist der größte einstämmige Baum, doch manche Lebewesen sind noch größer. Pando, eine Zitterpappelkolonie in Utah, sieht aus wie ein Wald aus Zehntausenden Bäumen, ist genetisch aber ein einziges Individuum mit einem gemeinsamen Wurzelsystem – oft als einer der schwersten Organismen der Erde beschrieben. Manche Pilze breiten sich unterirdisch über mehrere Quadratkilometer aus.

Kurz gesagt

  • Der volumenmäßig größte Baum ist General Sherman, ein Riesenmammutbaum mit rund 1.487 m³.
  • Der höchste bekannte Baum ist Hyperion, ein Küstenmammutbaum mit etwa 116 m.
  • Der höchste Tropenbaum ist Menara auf Borneo mit rund 100 m.
  • Riesenmammutbäume überleben dank dicker Rinde, feuerangepasster Zapfen und Schmelzwasser.
  • Der Wassertransport begrenzt Bäume auf etwa 122–130 m.
  • Pando, eine Pappel-Klonkolonie, gilt oft als schwerer als jeder Einzelbaum.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dem größten und dem höchsten Baum?

„Größter“ meint meist das größte Holzvolumen – diesen Titel trägt der Riesenmammutbaum General Sherman. „Höchster“ meint die Höhe: Hyperion, ein rund 116 Meter hoher Küstenmammutbaum, ist der höchste bekannte.

Wo steht der höchste Baum der Welt?

Hyperion wächst im Redwood-Nationalpark in Nordkalifornien. Sein genauer Standort wird zum Schutz geheim gehalten, und das Betreten des Gebiets abseits der Wege ist verboten.

Wie alt werden Riesenmammutbäume?

Viele Riesenmammutbäume sind über 2.000 Jahre alt, die ältesten bekannten wurden mehr als 3.000 Jahre alt. General Sherman wird auf über 2.200 Jahre geschätzt.

Ist General Sherman das größte Lebewesen?

Er ist der größte einstämmige Baum, doch manche Organismen sind größer. Pando, eine Zitterpappel-Klonkolonie in Utah, gilt oft als das schwerste: ein einziges Wurzelsystem mit Zehntausenden Stämmen.

Quellen

  1. US National Park Service – The General Sherman Tree
  2. Koch, Sillett, Jennings & Davis (2004) – The limits to tree height, Nature

Dieser Artikel basiert auf begutachteter Forschung und Veröffentlichungen vertrauenswürdiger Institutionen und wird regelmäßig überprüft. So arbeiten wir →