Welcher ist der älteste Baum der Welt? Methuselah, fast 5.000 Jahre alt
Eine Langlebige Kiefer in Kalifornien namens Methuselah ist rund 4.850 Jahre alt. Wie man Jahresringe zählt und warum diese Kiefer so alt wird.
Kurze Antwort
Der älteste bekannte lebende Einzelbaum mit bestätigtem Alter ist Methuselah, eine Langlebige Kiefer (Great Basin Bristlecone Pine) in den White Mountains in Kalifornien. Seine Jahresringe zeigen ein Alter von etwa 4.850 Jahren – er wuchs also schon, als die ägyptischen Pyramiden gebaut wurden. Sein genauer Standort wird zum Schutz geheim gehalten. Eine noch ältere Kiefer, Prometheus, etwa 4.900 Jahre alt, wurde 1964 in Nevada gefällt. Manche klonalen Bäume, etwa eine Fichte in Schweden, deren Wurzeln immer neue Stämme treiben, könnten viel älter sein, doch die einzelnen Stämme sind deutlich jünger.
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Hoch oben in den trockenen Bergen im Osten Kaliforniens, an Hängen aus kahlem weißem Fels, wo kaum etwas anderes wächst, stehen einige der verdrehtesten Bäume, die man je sehen wird. Viele wirken halb tot, mit nacktem, poliertem Holz, das Tausende Jahre Wind und Eis geformt haben. Einer von ihnen ist der älteste bekannte lebende Baum der Erde.
Methuselah: etwa 4.850 Jahre alt
1957 entnahm der Jahrringforscher Edmund Schulman einer Langlebigen Kiefer (Pinus longaeva) in den White Mountains einen Bohrkern. Die Ringe zeigten: über 4.700 Jahre. Benannt nach der langlebigen Gestalt der Bibel, ist Methuselah laut der Altbaum-Datenbank OldList heute etwa 4.850 Jahre alt.
Methuselah keimte also ungefähr zu der Zeit, als in Ägypten die ersten großen Pyramiden entstanden. Sein genauer Standort im Ancient Bristlecone Pine Forest bleibt zu seinem Schutz geheim.
Der gefällte Baum
Es gab einen noch älteren. 1964 untersuchte der Doktorand Donald Currey frühere Gletscher am Wheeler Peak in Nevada. Mit Erlaubnis des US Forest Service wurde eine Langlebige Kiefer gefällt, um ihre Ringe zu zählen. Sie hatte etwa 4.900 Ringe – der älteste damals bekannte Baum. Der Stumpf des später Prometheus genannten Baumes wurde zur Mahnung; das Gebiet gehört heute zum Great-Basin-Nationalpark, wo die übrigen uralten Bäume geschützt sind.
2017 meldete die Datenbank außerdem eine noch namenlose Kiefer in den White Mountains, in den 1950er-Jahren beprobt, mit einem berichteten Alter von über 5.000 Jahren; Einzelheiten wurden jedoch nicht veröffentlicht.
Wie man das Alter eines Baumes zählt
Um das Alter eines Baumes zu kennen, muss man ihn nicht fällen. Forschende nutzen einen Zuwachsbohrer, einen hohlen Bohrer, der einen bleistiftdünnen Bohrkern aus dem Stamm holt. Das kleine Loch tötet den Baum nicht.
In Klimazonen mit Jahreszeiten bildet ein Baum im Frühjahr und Sommer helles und später im Jahr dunkleres, dichteres Holz. Jedes Paar ergibt einen Jahresring. Bloßes Zählen kann aber täuschen: In sehr schlechten Jahren fehlt mal ein Ring, manchmal bildet ein Baum zwei in einem Jahr. Deshalb nutzt man die Querdatierung: Das charakteristische Muster breiter und schmaler Ringe aus nassen und trockenen Jahren wird zwischen vielen Bäumen einer Region abgeglichen. So fallen Fehler auf, und jeder Ring lässt sich einem exakten Kalenderjahr zuordnen.
Mithilfe von totem Holz auf dem Boden wurden die Ringe der Langlebigen Kiefern zu einer lückenlosen Chronologie von fast 9.000 Jahren verbunden. Sie diente sogar dazu, die Radiokarbondatierung zu überprüfen und zu kalibrieren.
Warum diese Kiefern so alt werden
Seltsam, dass die ältesten Bäume an den unwirtlichsten Orten wachsen. Doch vielleicht liegt genau darin das Geheimnis:
- Langsames Wachstum erzeugt sehr dichtes, harzreiches Holz, das Fäulnis, Insekten und Pilzen widersteht.
- In der trockenen, kalten Luft verrottet totes Holz extrem langsam.
- Alte Bäume behalten oft nur einen schmalen Streifen lebender Rinde, der wenige Äste versorgt. Stirbt ein Teil, lebt der Rest weiter.
- Dort wächst kaum etwas anderes, also gibt es wenig Konkurrenz und wenig Brennstoff für Feuer.
Und ältere Klone?
Als Klone sind manche Pflanzen viel älter. Eine Fichte in Schweden namens Old Tjikko hat ein Wurzelsystem, das laut Radiokarbondatierung etwa 9.500 Jahre alt sein soll, ihr heutiger Stamm ist aber viel jünger. Pando, ein Zitterpappel-Hain in Utah, ist ein einziger, über Wurzeln verbundener Organismus und könnte Tausende Jahre alt sein. Weil kein einzelner Stamm so alt ist, werden Klone meist getrennt von Einzelbäumen wie Methuselah geführt.
Kurz gesagt
- Der älteste bekannte lebende Einzelbaum ist Methuselah, eine Langlebige Kiefer von etwa 4.850 Jahren.
- Prometheus, etwa 4.900 Jahre alt, wurde 1964 in Nevada gefällt.
- Das Alter ermittelt man per Bohrkern und Querdatierung der Ringe.
- Die Jahrringchronologie dieser Kiefern reicht fast 9.000 Jahre zurück.
- Langsames Wachstum, dichtes Holz und raue, trockene Bedingungen machen sie so langlebig.
- Manche klonalen Pflanzen wie Old Tjikko und Pando haben noch ältere Wurzelsysteme.
Häufige Fragen
Wo steht der Baum Methuselah?
Im Ancient Bristlecone Pine Forest in den White Mountains im Osten Kaliforniens. Welcher Baum es genau ist, verrät der Forest Service nicht – zum Schutz vor Vandalismus und Andenkenjägern.
Welcher ist der älteste Baum Deutschlands?
Als älteste Bäume Deutschlands gelten einige Eiben und Eichen, denen ein Alter von über 1.000 Jahren zugeschrieben wird. Meist sind das jedoch Schätzungen, keine bestätigten Ringzählungen, weil die Stämme hohl sind.
Wie alt kann ein Riesenmammutbaum werden?
Der älteste per Jahresringen datierte Riesenmammutbaum war etwa 3.270 Jahre alt. Mammutbäume sind die volumenmäßig größten Bäume, Langlebige Kiefern aber werden älter.
Ist eine klonale Baumkolonie älter als Methuselah?
Manche klonalen Pflanzen, die aus denselben Wurzeln immer neue Stämme treiben, könnten viele Tausend Jahre alt sein. Sie werden meist gesondert geführt, weil kein einzelner Stamm oder Holzstück so alt ist.
Quellen
- Rocky Mountain Tree-Ring Research – OldList, a database of old trees
- US National Park Service – Great Basin National Park: identifying bristlecone pines
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