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Wie entstehen Berge? Kollidierende Platten, Vulkane und der Aufstieg des Himalaya

Die meisten Berge entstehen durch kollidierende Erdplatten. Wie Falten-, Vulkan- und Bruchschollengebirge entstehen und warum der Everest noch wächst.

FactWonder Redaktion4 Min. Lesezeit2 Quellen

Kurze Antwort

Die meisten Berge entstehen, weil die äußere Erdhülle in riesige tektonische Platten zerbrochen ist, die sich einige Zentimeter pro Jahr bewegen. Wo zwei Platten zusammenstoßen, wird die Kruste über Jahrmillionen gestaucht, gefaltet und hochgedrückt – so entstehen Faltengebirge wie Himalaya, Alpen und Taurus. Vulkanberge wie der Fuji oder der Ararat wachsen, wenn sich ausgeworfene Lava und Asche auftürmen. Bruchschollengebirge bilden sich, wenn die Kruste bricht und Schollen gehoben oder abgesenkt werden. Gleichzeitig tragen Regen, Eis und Flüsse die Berge ab – ihre Höhe ist ein Gleichgewicht aus Hebung und Erosion.

In diesem Artikel (7)
  1. Ein Planet aus wandernden Platten
  2. Vier Wege zum Gebirge
  3. Die Entstehung des Himalaya
  4. Wie hoch können Berge werden?
  5. Erosion: Berge werden abgetragen
  6. Warum Berge wichtig sind
  7. Kurz gesagt

Berge wirken wie das Dauerhafteste auf der Erde. Generationen leben und sterben unter denselben Gipfeln. Doch in erdgeschichtlichen Zeiträumen werden Berge geboren, wachsen und werden abgetragen – und manche steigen bis heute. Ihre Geschichte beginnt tief unter unseren Füßen, auf einem Planeten, dessen Oberfläche ständig in Bewegung ist.

Ein Planet aus wandernden Platten

Die starre äußere Schicht der Erde, die Lithosphäre, ist in etwa ein Dutzend große tektonische Platten und viele kleinere zerbrochen. Sie schwimmen auf heißerem, langsam fließendem Gestein und bewegen sich ungefähr so schnell, wie Fingernägel wachsen – einige Zentimeter pro Jahr. Laut dem US Geological Survey erklärt die in den 1960er-Jahren anerkannte Theorie der Plattentektonik Erdbeben, Vulkane und die Entstehung der meisten Gebirge.

Wo Platten auseinanderdriften, entsteht neue Kruste, etwa am Mittelatlantischen Rücken, einem Unterwassergebirge. Wo sie kollidieren, wird Kruste zerquetscht, verdickt und hochgedrückt. Wo sie aneinander vorbeigleiten, entstehen Erdbeben, etwa an der Nordanatolischen Verwerfung in der Türkei.

Vier Wege zum Gebirge

Wie Berge entstehen: vier Hauptwege
Die meisten großen Gebirge der Welt sind Faltengebirge kollidierender Platten.
Typ Entstehung Beispiele
Faltengebirge Zwei Platten kollidieren, die Kruste wird gestaucht und verdickt Himalaya, Alpen, Taurus, Anden
Vulkanberge Lava und Asche türmen sich um einen Schlot Fuji, Ararat, Erciyes, Kilimandscharo
Bruchschollengebirge Die Kruste bricht, Schollen heben oder senken sich Sierra Nevada (USA), Harz
Domberge Magma wölbt die Kruste ohne Ausbruch auf; Erosion formt sie Black Hills (USA)

Faltengebirge sind der häufigste Typ großer Gebirge. Stoßen zwei Kontinente zusammen, sinkt keiner leicht ab; die Kruste dazwischen wird gestaucht wie ein Teppich, den man gegen eine Wand schiebt, und faltet und stapelt sich zu gewaltigen Rücken.

Vulkanberge wachsen, wo Magma an die Oberfläche gelangt – oft über Subduktionszonen, wo eine Platte unter eine andere taucht und schmilzt, oder über Hotspots wie Hawaii. Der höchste Berg der Türkei, der Ararat mit 5.137 Metern, ist ein Vulkan.

Bruchschollengebirge entstehen, wenn die Kruste gedehnt oder belastet wird, bis sie an Verwerfungen bricht. Manche Schollen werden gehoben, andere sinken ab – steile Gebirge neben flachen Tälern sind die Folge, wie beim Harz.

Die Entstehung des Himalaya

Die Entstehung des Himalaya
Der Himalaya ist das Ergebnis einer Kontinentkollision, die bis heute andauert.

Das spektakulärste Beispiel ist der Himalaya. Vor über 100 Millionen Jahren löste sich die Indische Platte von einem alten Südkontinent und wanderte nach Norden – für eine Platte recht schnell, mit bis zu etwa 15 Zentimetern pro Jahr. Zwischen Indien und Asien lag ein Ozean, die Tethys.

Vor etwa 50 Millionen Jahren prallte Indien auf Asien. Der Ozean schloss sich, seine Meeresbodensedimente wurden abgeschabt und zusammengeschoben. Weil beide Landmassen aus dicker, leichter Kontinentalkruste bestehen, konnte keine absinken; die Kruste verdickte sich und stieg auf. Das Ergebnis ist das höchste Gebirge der Erde mit allen vierzehn Gipfeln über 8.000 Metern.

Deshalb besteht der Gipfel des Everest aus Kalkstein mit Fossilien von Meerestieren: Dieses Gestein lag einst am Grund der Tethys. Indien schiebt sich weiterhin um etwa 4 bis 5 Zentimeter pro Jahr nach Asien, und Teile des Himalaya heben sich noch um einige Millimeter jährlich. Dieselbe Kollision verursacht häufige, manchmal verheerende Erdbeben in der Region.

Wie hoch können Berge werden?

Höhen einiger berühmter Berge
Höhen einiger berühmter Gipfel über dem Meeresspiegel.

Der Everest ist mit etwa 8.849 Metern der höchste Berg über dem Meeresspiegel – diesen Wert gaben China und Nepal 2020 gemeinsam bekannt. Doch es kommt auf die Messung an:

  • Vom Fuß bis zum Gipfel ragt der Mauna Kea auf Hawaii rund 10.000 Meter vom Meeresboden auf.
  • Weil die Erde am Äquator ausgebeult ist, liegt der Gipfel des Chimborazo in Ecuador am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt.

Berge können nicht unbegrenzt wachsen. Je höher sie steigen, desto schwerer werden sie, und die Kruste darunter sinkt in den weicheren Mantel ein – ein Gleichgewicht namens Isostasie. Wie Eisberge haben große Gebirge tiefe Wurzeln.

Erosion: Berge werden abgetragen

Kaum steigen Berge auf, beginnt ihre Zerstörung. Regen, Frost, Gletscher und Flüsse zerlegen Gestein und tragen es fort. Gletscher schleifen spitze Gipfel und U-förmige Täler, Flüsse schneiden tiefe Schluchten.

Alte Gebirge zeigen das Ergebnis. Die Appalachen in Nordamerika und die schottischen Highlands waren einst so hoch wie der Himalaya, doch Hunderte Millionen Jahre Erosion schliffen sie zu runden Hügeln. Die Höhe eines Berges ist zu jedem Zeitpunkt ein Wettstreit zwischen Hebung und Abtragung.

Warum Berge wichtig sind

Berge prägen Klima und Leben. Sie zwingen Luft aufzusteigen, abzukühlen und abzuregnen – eine Gebirgsseite ist oft feucht und grün, die andere liegt trocken im Regenschatten. Ihr Schnee und ihre Gletscher speisen Flüsse, die Milliarden Menschen mit Wasser versorgen, und ihre Höhenstufen schaffen viele Lebensräume, was Berge zu Brennpunkten der Artenvielfalt macht.

Kurz gesagt

  • Die meisten Berge entstehen durch wandernde tektonische Platten, einige Zentimeter pro Jahr.
  • Faltengebirge bilden sich bei Plattenkollisionen, Vulkanberge wo Magma austritt.
  • Bruchschollengebirge entstehen, wenn die Kruste bricht und Schollen sich heben oder senken.
  • Der Himalaya entstand, als Indien vor etwa 50 Millionen Jahren auf Asien traf, und wächst noch.
  • Der Everest ist etwa 8.849 m hoch, auf seinem Gipfel liegen Meeresfossilien.
  • Erosion trägt Berge ständig ab; alte Gebirge werden zu runden Hügeln.

Häufige Fragen

Wächst der Everest noch?

Ja, langsam. Indien schiebt sich weiter nach Asien hinein, und Teile des Himalaya heben sich um einige Millimeter pro Jahr – Erdbeben und Erosion verändern die Höhe aber ebenfalls.

Welcher ist der höchste Berg der Welt?

Über dem Meeresspiegel ist es der Mount Everest mit etwa 8.849 Metern. Vom Fuß am Meeresboden gemessen ist der Mauna Kea auf Hawaii mit rund 10.000 Metern höher.

Wie lange dauert es, bis Berge entstehen?

Meist Millionen bis Dutzende Millionen Jahre. Der Himalaya begann vor etwa 50 Millionen Jahren zu wachsen. Vulkane können viel schneller sein: Manche wachsen in wenigen Jahrzehnten um Hunderte Meter.

Warum liegt auf Gipfeln auch im Sommer Schnee?

Mit der Höhe wird es kälter, um etwa 6,5 °C pro Kilometer. Hohe Gipfel bleiben einen Großteil des Jahres unter null, sodass Schnee und Gletscher den Sommer überdauern.

Quellen

  1. US Geological Survey – This Dynamic Earth: the story of plate tectonics
  2. Encyclopaedia Britannica – Mountain

Dieser Artikel basiert auf begutachteter Forschung und Veröffentlichungen vertrauenswürdiger Institutionen und wird regelmäßig überprüft. So arbeiten wir →