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Wie funktioniert WLAN? Funkwellen, Router und warum Wände bremsen

WLAN schickt Daten als Funkwellen durch die Luft. Wie Router Daten codieren, was 2,4, 5 und 6 GHz bedeuten und warum das Signal manchmal einbricht.

FactWonder Redaktion3 Min. Lesezeit2 Quellen

Kurze Antwort

WLAN (Wi-Fi) überträgt Daten mit Funkwellen durch die Luft. Ein Router empfängt Daten aus dem Internet per Kabel und wandelt sie in Funksignale um, meist bei 2,4, 5 oder 6 Gigahertz. Die Antenne in Handy oder Laptop fängt die Signale auf und verwandelt sie zurück in Daten; Antworten schickt das Gerät auf demselben Weg zurück. Die Information steckt in schnellen Änderungen von Stärke und Takt der Welle, sodass in jedem winzigen Zeitabschnitt viele Bits stecken. Höhere Frequenzen transportieren mehr Daten, werden aber stärker von Wänden geschwächt – deshalb ist WLAN in einem Raum schnell und im nächsten langsam.

In diesem Artikel (6)
  1. Funk, aber für Daten
  2. Die Reise einer Webseite
  3. Wie eine Welle Information trägt
  4. 2,4, 5 und 6 GHz: Reichweite oder Tempo?
  5. Warum das Signal einbricht
  6. Kurz gesagt

Unsichtbar, lautlos und überall: In Wohnungen, Cafés, Zügen und Flughäfen sind Milliarden Geräte ohne ein einziges Kabel verbunden. Doch was fliegt da eigentlich zwischen Router und Handy durch die Luft?

Funk, aber für Daten

WLAN ist eine Form von Funk. Wie UKW-Radio oder Mobilfunk nutzt es elektromagnetische Wellen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten und Luft und teils auch Wände durchdringen. Nur trägt WLAN statt Musik oder Stimme digitale Daten: die Einsen und Nullen, aus denen Webseiten, Nachrichten und Videos bestehen.

Wie WLAN-Geräte miteinander sprechen, legt der Ingenieursstandard IEEE 802.11 fest, erstmals 1997 veröffentlicht. Die Wi-Fi Alliance, ein Industrieverband, prüft und zertifiziert Geräte, damit das Handy eines Herstellers mit dem Router eines anderen funktioniert. Neuere Versionen tragen griffige Namen wie Wi-Fi 6 und Wi-Fi 7.

Die Reise einer Webseite

Wie WLAN funktioniert: von Daten zu Funkwellen und zurück
Der Router übersetzt zwischen dem Kabel aus dem Internet und den Funkwellen in der Wohnung.

Öffnest du eine Website, kommen die Daten per Kabel, Glasfaser oder Mobilfunk bei einem Modem an. Der Router, oft im selben Gerät, ermittelt, für welches Gerät sie bestimmt sind, und wandelt sie in Funksignale um. Die Antenne im Handy fängt sie auf, decodiert sie und reicht die Daten an den Browser weiter. Antwortet das Handy, etwa mit der Anfrage nach der nächsten Seite, läuft alles umgekehrt.

Wie eine Welle Information trägt

Eine Funkwelle allein trägt keine Botschaft. Um Daten zu senden, verändert der Sender die Welle – das nennt man Modulation. WLAN ändert dabei die Stärke der Welle und ihren Takt (die Phase) in sehr feinen Stufen. Jede Kombination steht für eine Gruppe von Bits. Modernes WLAN packt 10 oder mehr Bits in eine einzige Änderung und ändert die Welle millionenfach pro Sekunde.

Außerdem teilt WLAN seinen Kanal in viele schmale Unterkanäle, die gleichzeitig genutzt werden – das Verfahren heißt OFDM. Wird ein Unterkanal gestört, kommen die anderen trotzdem durch. Neuere Standards erlauben dem Router, mit mehreren Geräten zugleich zu sprechen und über mehrere Antennen parallele Datenströme zu senden.

2,4, 5 und 6 GHz: Reichweite oder Tempo?

WLAN-Frequenzbänder: Reichweite oder Tempo?
Viele Router senden auf mehreren Bändern zugleich und lenken jedes Gerät auf das beste.

WLAN arbeitet in einigen Frequenzbändern:

  • 2,4 GHz: längere Wellen, größere Reichweite, besser durch Wände – aber das Band ist schmal und voll, geteilt mit Bluetooth, Babyfonen und Mikrowellen.
  • 5 GHz bietet viel mehr Platz für breite, schnelle Kanäle, doch die kürzeren Wellen werden leichter blockiert.
  • 6 GHz, freigegeben für Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7, ist das breiteste und freieste Band und liefert auf kurze Distanz die höchsten Geschwindigkeiten.

Warum das Signal einbricht

Funkwellen werden mit der Entfernung schwächer, und jedes Hindernis kostet. Beton, Ziegel und Metall schlucken oder reflektieren das Signal; Spiegel, Kühlschränke und sogar Aquarien stören, weil Wasser diese Frequenzen gut absorbiert. Nachbarrouter auf demselben Kanal erzeugen Störungen, und viele Geräte an einem Router teilen sich dessen Kapazität.

Den Router zentral und erhöht aufzustellen, fern von dicken Wänden und Metall, bringt oft mehr als ein schnellerer Tarif. In großen Wohnungen nutzen Mesh-Systeme mehrere Geräte, die das Signal von Raum zu Raum weiterreichen.

Kurz gesagt

  • WLAN überträgt Daten als Funkwellen nach dem Standard IEEE 802.11.
  • Der Router macht aus Internetdaten Funksignale; die Antenne im Gerät wandelt sie zurück.
  • Daten stecken in millionenfachen Änderungen von Stärke und Takt der Welle pro Sekunde.
  • 2,4 GHz reicht weiter; 5 und 6 GHz sind schneller, aber wandempfindlicher.
  • Wände, Metall, Wasser und Nachbarnetze schwächen das Signal.
  • Ein zentraler, freier Standort des Routers verbessert die Abdeckung oft deutlich.

Häufige Fragen

Wofür steht Wi-Fi?

Offiziell für nichts. „Wi-Fi“ ist ein 1999 für die Wi-Fi Alliance geschaffener Markenname; es ist keine Abkürzung für „Wireless Fidelity“, auch wenn der Ausdruck kurz in der Werbung auftauchte.

Ist WLAN dasselbe wie Internet?

Nein. WLAN ist nur die Funkverbindung zwischen Gerät und Router. Der Router ist dann über Kabel, Glasfaser oder Mobilfunk des Anbieters mit dem Internet verbunden.

Warum ist mein WLAN in manchen Räumen langsam?

Wände, Decken, Metall und Wasser schlucken und reflektieren Funkwellen, besonders bei 5 und 6 GHz. Auch Entfernung, Nachbarnetze auf demselben Kanal und viele verbundene Geräte bremsen.

Ist WLAN-Strahlung gefährlich?

WLAN nutzt schwache, nicht ionisierende Funkwellen, weit schwächer als ein Mikrowellenherd und deutlich unter internationalen Grenzwerten. Gesundheitsbehörden sehen bei normaler Nutzung kein nachgewiesenes Gesundheitsrisiko.

Quellen

  1. Wi-Fi Alliance – Discover Wi-Fi
  2. IEEE 802.11 Wireless LAN Working Group

Dieser Artikel basiert auf begutachteter Forschung und Veröffentlichungen vertrauenswürdiger Institutionen und wird regelmäßig überprüft. So arbeiten wir →