Warum ist das Meer salzig? Woher das Salz im Meerwasser kommt
Warum ist Meerwasser salzig, Flusswasser aber nicht? Wie das Salz aus Gestein und vom Meeresboden ins Meer gelangt – und warum die Ostsee kaum salzig ist.
Kurze Antwort
Regenwasser verwittert Gestein und löst dessen Mineralien, Flüsse tragen diese gelösten Salze ins Meer. Wenn die Sonne Meerwasser verdunstet, verschwindet das Wasser, das Salz bleibt zurück. Heiße Quellen am Meeresgrund und Unterwasservulkane liefern zusätzliches Salz. Über Jahrmillionen angesammelt, machen diese Salze rund 3,5 % des Meerwassers aus.
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Der scharfe, salzige Geschmack, wenn man beim Baden einen Schluck Meerwasser erwischt, ist das Ergebnis eines Prozesses, der auf unserem Planeten seit Jahrmillionen läuft. Doch woher kommt das Salz – und warum sind Flüsse süß, obwohl sie ins selbe Meer fließen?
Wie viel Salz steckt im Meerwasser?
Im Durchschnitt bestehen etwa 3,5 % des Ozeanwassers aus gelösten Salzen – rund 35 Gramm pro Liter. Der Großteil stammt aus den beiden Elementen, aus denen auch Kochsalz besteht:
- Chlorid: etwa 55 %
- Natrium: etwa 30 %
- Der Rest sind Ionen wie Sulfat, Magnesium, Calcium und Kalium.
Quelle eins: Gestein
Die Geschichte beginnt mit Regen. Beim Fallen löst er etwas Kohlendioxid aus der Luft und wird leicht sauer – genug, um Gestein langsam, aber stetig zu verwittern.
Fließt Regenwasser über und durch Gestein, löst es Mineralien. Diese zerfallen in winzige, elektrisch geladene Teilchen, sogenannte Ionen. Bäche und Flüsse sammeln sie und tragen sie ins Meer.
Auch Flusswasser enthält Salz, allerdings so wenig, dass wir es nicht schmecken. Der eigentliche Unterschied entsteht im Meer.
Verdunstung: Das Wasser geht, das Salz bleibt
Wenn die Sonne die Meeresoberfläche erwärmt, verdunstet Wasser in die Atmosphäre. Gelöste Salze können nicht mit – sie bleiben zurück. Das verdunstete Wasser fällt später als Regen, verwittert neues Gestein und bringt frische Salze zurück ins Meer.
Dieser Kreislauf läuft seit Jahrmillionen ohne Pause. Das von Flüssen gelieferte Salz reichert sich Jahr für Jahr im Meer an – so hat das Meerwasser seinen heutigen Salzgehalt erreicht.
Quelle zwei: der Meeresboden
Ein Teil des Salzes kommt direkt vom Grund des Ozeans:
- Hydrothermalquellen: Meerwasser sickert in Spalten im Meeresboden, wird tief in der Erdkruste erhitzt, löst Mineralien aus dem umgebenden Gestein und strömt dann zurück ins Meer.
- Unterwasservulkane: Bei Ausbrüchen freigesetzte Gase und Mineralien gelangen ebenfalls ins Meerwasser. Ein großer Teil des Chlorids stammt vermutlich aus solchen vulkanischen Quellen.
Wird das Meer immer salziger?
Wenn jedes Jahr Salz hinzukommt, müssten die Ozeane eigentlich immer salziger werden. Tatsächlich ist der Salzgehalt seit Hunderten Millionen Jahren ungefähr stabil, denn Salz verlässt das Meer auch wieder:
- Es wird Teil von Sedimenten, die sich am Meeresboden ablagern.
- In flachen, warmen Meeren hinterlässt Verdunstung dicke Salzschichten. Ein großer Teil des heute abgebauten Steinsalzes – etwa in norddeutschen Salzstöcken – stammt aus solchen urzeitlichen Meeren.
- Manche Ionen nutzen Meereslebewesen für ihre Schalen und Skelette.
Weil Zu- und Abfluss sich ausgleichen, verhält sich der Ozean wie ein riesiges Gleichgewichtssystem.
Warum sind nicht alle Meere gleich salzig?
Der Salzgehalt hängt von Verdunstung, Niederschlag und Süßwasserzufluss ab:
| Gewässer | Ungefährer Salzgehalt |
|---|---|
| Rotes Meer | 4 % |
| Mittelmeer | 3,8 % |
| Offener Ozean (Durchschnitt) | 3,5 % |
| Nordsee | rund 3,4 % |
| Ostsee | etwa 0,7 %, im Osten noch weniger |
| Totes Meer | 34 % |
Die Ostsee ist fast ein Brackwassermeer: Viele Flüsse bringen reichlich Süßwasser, während nur wenig salziges Nordseewasser durch die engen dänischen Meerengen hereinkommt. Im Mittelmeer dagegen übersteigt die Verdunstung wegen des warmen Klimas den Niederschlag, deshalb ist es salziger als der offene Ozean. Das Tote Meer hat keinen Abfluss: Wasser verschwindet nur durch Verdunstung, das Salz konzentriert sich extrem – deshalb treibt man dort so leicht.
Warum kann man Meerwasser nicht trinken?
Der Körper muss den Salzgehalt im Blut in einem engen Bereich halten, und Meerwasser ist etwa viermal salziger als Blut. Um das überschüssige Salz loszuwerden, bräuchten die Nieren mehr Wasser, als das Meerwasser enthält. Meerwasser löscht also keinen Durst, sondern verstärkt die Austrocknung.
Kurz gesagt
Das Salz im Meer stammt aus Gestein, aus heißen Quellen am Meeresboden und aus Vulkanen. Flüsse liefern es an, die Sonne verdunstet das Wasser, und das Salz bleibt zurück. Über Jahrmillionen, bei ausgeglichenem Zu- und Abfluss, hat dieser Kreislauf dem Ozean den Salzgehalt gegeben, den wir heute schmecken.
Häufige Fragen
Wenn Flüsse Salz transportieren, warum ist ihr Wasser dann süß?
Flüsse enthalten nur sehr wenig Salz, und ihr Wasser fließt ständig weiter. Im Meer verdunstet das Wasser, während das Salz zurückbleibt und sich über Jahrmillionen anreichert.
Wird das Meer immer salziger?
Nicht wirklich. Es herrscht weitgehend ein Gleichgewicht: Etwa so viel Salz, wie hineingelangt, wird in Sedimenten, Gestein und am Meeresboden wieder gebunden.
Kann man Meerwasser trinken?
Nein. Die Nieren bräuchten mehr Wasser, um das überschüssige Salz auszuscheiden, als im Meerwasser enthalten ist – man trocknet also noch stärker aus.
Wo ist das salzigste Wasser der Erde?
Das Tote Meer ist mit etwa 34 % Salz rund zehnmal salziger als der Ozean. Der Don-Juan-Teich in der Antarktis ist sogar noch salziger.
Quellen
Dieser Artikel basiert auf begutachteter Forschung und Veröffentlichungen vertrauenswürdiger Institutionen und wird regelmäßig überprüft. So arbeiten wir →